Chronik von Binenwalde

Samstag, den 31. Dezember 2005 um 17:59 Uhr
Drucken

(Quelle: Heft "Ruppiner Land" , "Historisches Ortslexikon für Brandenburg" )


 

Binenwalde alt


Binenwalde, seit 1929 mit der Gemeinde Gühlen Glienicke verwaltungsmäßig verbunden, verdankt seine Existenz der Kolonisationsphase unter König Friedrich II. von Preußen. Als in den Jahren 1747 bis 1759 im Kreis Ruppin insgesamt 30 Etablissements entstanden, schloss am 17. 12. 1753 die Königlich Preußische Kriegs- und Domänenkammer mit dem Förster Ernst Ludewig Cusig einen Erbzinskontrakt über den Aufbau von Binenwalde ab. Cusig erhielt 357 Morgen Land erb- und eigentümlich überschrieben. Gleichzeitig wurde er verpflichtet, 8 ausländische Kolonisten anzusetzen, denen ihre Häuser und je 2 Morgen Gartenland ebenfalls erb- und eigentümlich zu überlassen waren. Für die Zeit des Aufbaus wurden 6 abgabefreie Jahre zugesichert.
Der Name der Kolonie geht auf die Frau Sabine des Ortsgründers zurück. Mit der historisch belegten Gestalt der schönen Sabine hat die örtliche ältere Heimatdichtung zahlreiche Legenden aus der Neuruppiner und Rheinsberger Zeit des jungen Kronprinzen Friedrich verwoben. Unter den Besitzern des Gutes Binenwalde ist der 1798 in Altruppin geborene Karl Heinrich Schultz-Schultzenstein erwähnenswert. Als Professor der Medizin an der Berliner Universität veröffentlichte er vielfältige Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Physiologie der Pflanzen- und Tierwelt sowie über die Anwendung gewonnener wissenschaftlicher Erkenntnisse auf den Menschen.
Das Gut Binenwalde fiel 1945 unter die Verordnung über die Bodenreform in der Provinz Brandenburg. An 20 Siedler wurden 158,38 ha aus dem Bodenfonds verteilt.
Im ehemaligen Gutshaus - einem in seinem Kern 1756 errichteten schlichten Barockgebäude mit Mansarddach - fanden elternlose Kinder eine Heimat.
Die seit 1956 bestehende LPG Typ 1 Ruppiner Schweiz schloss sich am 1. 3. 1975 der LPG Typ III Freiheit in Braunsberg an. 

 

Aktualisiert ( Donnerstag, den 23. Juli 2015 um 20:18 Uhr )