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Sabine und Kronprinz Friedrich

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Sabine und Kronprinz Friedrich

 

Kronprinz Friedrich verbrachte in Ruppin und Rheinsberg entscheidende Jahre. Hier bereitete er sich, nachdem der schwere Druck seine Kinder- und Jugendjahre durch die unbedingte Unterwerfung unter den Willen seines Vaters gemildert war, auf sein künftiges Amt vor. Hier nutzte er den gewonnenen Freiraum, um auch seinen Neigungen zur Philosophie und Musik nachzugehen. So wurde Rheinsberg zu einem Musenhof ganz eigener Prägung. Nur Kunstsinn und Redegewandtheit, Geist und Witz fanden beim jungen Kronprinzen Gnade und Zuneigung.
Friedrichs Herz war offen für Galanterien und abenteuerlichen Spiele. Warum sollte da nicht Platz sein für ein kleines Glück mit einem einfachen Mädel aus dem Volke? Das war bis dahin für Friedrich eine unbekannte Welt. Und er wußte, daß mit dem Königsamte jede Unbeschwertheit enden würde. Die Pflicht führte den Kronprinzen oft von Rheinsberg aus in das drei Meilen entfernt Ruppin. Es ist nur natürlich, daß er dabei die Gegend um den stillen Kalksee passierte. Hinzu kam sein erwachsendes Interesse an Landwirtschaft und Forstwesen.
Der König kam beauftragte ihn auch laufend mit entsprechenden Untersuchungen. 1932 legte der Neuruppiner Heimatforscher Wilhelm Bartelt seine Forschungsergebnisse zu den historischen Fakten über die Sabine in einer Schrift vor. So prüfte er auch alle Akten im damaligen geheimen Staatsarchiv in Dahlem. Die schöne Försterstochter hieß Sabine Cusig, wurde am 15. Februar 1715 als Zwillingstochter des königlichen "Heydereuters" Anton Scott in Zühlen geboren und heiratete am 13. Mai 1734 den Förster Ernst Ludwig Cusig aus Rüthnick. Dieser Ernst Ludwig war vorher kurze Zeit Leibjäger des Kronprinzen in Neuruppin.
Im Sommer erhielt er durch Order Friedrich Wihelm I. die Försterstelle in Rüthnick. Nach dem Tode des Schwiegervaters 1739 trat er dessen Nachfolge in Zühlen an.
Am 17. Dezember 1753 wurde zwischen ihm und der Churmärkischen Kriegs- und Domänenkammer ein Erbzinsvertrag über die Gründung der Kolonie Binenwalde geschlossen. Der Vertrag sah vor, das Cusig innerhalb von zwei Jahren auf eigene Kosten eine Siedlung mit vier Kolonistenhäusern für je zwei ausländische Familien errichtet. Dafür erhielt er Vergünstigungen. Dennoch war die Gründung kein Geschenk des Königs an seine frühere Geleibte, wie es die Legende gern ausschmückt, sondern ein im Rahmen seiner "Peuplierungspolitik" üblicher Vorgang.
Allein im Amt Ruppin wurden im selben Jahr die Dörfer Basdorf, Gühlen, Frankendorf, Köpernitz, Kolonie Palzow ,Wahlendorf, Dagow, Burow, Altglobsow, Hindenberg, Schwanow und Schulzenhof (bei Dollgow) angelegt. Der Ehe der Cusigs entstammen fünf Kinder. Sohn Karl übernahm nach dem Tode des Vaters 1773 die Oberförsterstelle in Zühlen. Sabine starb am 4. Dezember 1783. Ein späterer Besitzer des Gutes Binenwalde, der Berliner Universitätsprofessor Schultz - Schultzenstein, ließ 1843 die lebensgroße Figur der Sabine dem Gutshaus gegenüber aufstellen. 1945 wurde das Standbild mutwillig zerstört.
1998 begannen Einwohner von Binenwalde, den Standort am ehemaligen Denkmal, entsprechend dem ursprünglichen Zustand, wieder herzurichten. Ziel soll sein, das Denkmal in seiner alten Pracht in den nächsten Jahren neu entstehen zu lassen.

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 12:23 Uhr )  

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