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VEB Puten- und Gänseproduktion Neuglienicke 5

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(Quelle: Heft "20 Jahre VEB Puten- und Gänseproduktion Neuglienicke" , VR Dr. Hans Gigas )


Entwicklung des Neuerer Wesens
Zwanzig Jahre volkseigener Betrieb mit industriemäßiger Tierproduktion bedeuten auch zwanzig Jahre aktive Arbeit unserer Werktätigen zur Effek-tivitätssteigerung. Eine Form dieser aktiven Arbeit findet ihren Niederschlag in der Neuerer Bewegung durch die Einreichung von Neuerer Vorschlägen oder Mitarbeit an Neuerer Vereinbarungen. Auf dem Gebiet der Neuerer Bewegung gab es schon im Gründungsjahr des KIM-Betriebes, 1969, Anregungen und Hinweise zur Produktionserhöhung, zur Technologie und zur Vermeidung von Verlusten. Wir können heute nachweisen, daß der erste Neuerer Vorschlag am 1. 3. 1969 eingereicht wurde, der sich mit einer Erleichterung und Verbesserung der Effektivität der Arbeit in der Futterkammer in Neuglienicke beschäftigte.  Interessant ist, daß unter den Vorhaben 1971 einer lautete „Käfighaltung in drei Etagen für Mastputen".
Leitungsmäßig sind die Anfangsjahre des Neuerer Wesens durch einen ständigen personellen Wechsel gekennzeichnet, wobei die Arbeit neben der, eigentlichen Tätigkeit gemacht werden mußte. Erst 1972 wurde die Planstelle für den Leiter des „Büros für Neuerer wesen" geschaffen. Damit war abgesichert, daß sämtliche Neuerungen im Sinne gesetzlicher Forderungen und Bestimmungen bearbeitet werden konnten.
Die erste Betriebs „MMM“ wurde 1973 mit einer Gesamtbeteiligung von 54 Neuerern durchgeführt. Eine Beteiligung an der Kreis MMM kann unser Betrieb seit 1971 in ununterbrochener Reihenfolge nachweisen. Wir beteiligten uns aber auch schon seit 1972 mit Exponaten an der Angebotsmesse der VVB Industrielle Tierproduktion und ebenso auf der „Agra" in Leipzig.'
Viele Neuerungen beinhalteten in diesen Jahren auch Veränderungen an den Maschinensystemen P 311 und P 312. Die besten Exponate wurden auf den Bezirks- und Kombinatsmessen gezeigt, wobei als besonders zu würdigende Leistungen die Teilnahme an der Agra-Ausstellung und der „Zentralen Messe der Meister von morgen" anzusehen ist. Die zentrale MMM konnte 1977, 1978 und 1982 beschickt werden.
1977 entstand die Redaktion einer Betriebszeitung, der KIM¬ Information. Die erste der quartalsweise erscheinenden Ausgaben wurde zum 30. Jahrestag der DDR vorbereitet. Leider konnte diese gute Tradition aus verschiedenen Gründen nur bis 1986 fortgeführt werden.
In den Jahren 1972 bis 1977 gab es zwischen unserem Betrieb und dem Staatsgut in Starimskaja bei Kiew einen Vertrag über freundschaftliche Zusammenarbeit. Seit 1979 gibt es freundschaftliche Beziehungen zu dem im Minsker Gebiet liegenden Putenkombinat in Molodetschnow auf der Grundlage eines Patenschaftsvertrages.
Im April 1986 hatte erstmalig eine Delegation unseres Betriebes die Möglichkeit, in einem Erfahrungsaustausch in Molodetschnow diesen Vertrag mit Leben zu erfüllen.
Anfang der 70er Jahre reifte immer mehr der Zeitpunkt, sich den Fragen des Einsatzes moderner Mikroelektronik in Form von Büro- und Personalcomputern im Betrieb zu stellen. Es war notwendig, Werktätige für die Bedienung zu qualifizieren und die Voraussetzungen zur Reduzierung monotoner Arbeitsplätze zu schaffen.
Seit 1987 arbeiten 7 Kollegen, teilweise im Mehrschichtsystem, an verschiedenen Computern.
In den, ganzen letzten 20 Jahren widmete sich die Parteileitung besonders auch den Problemen der Jugendlichen des Betriebes und der Unterstützung  des Jugendverbandes. über die Erfüllung der jährlichen Aufgabenstellungen übernahm die Parteileitung die Kontrolle.
Seit 1985 gibt es auch sehr gute Verbindungen zur Sowjetischen Kommandantur in Neuruppin. Die Zusammenarbeit drückt sich in gegenseitigen Besuchen zu gesellschaftlichen und betrieblichen Höhepunkten sowie in der praktischen Unterstützung bei der Durchführung wichtiger Vorhaben, z. B. der Stromverkabelung im Bereich III, aus.
Seit über 10 Jahren gibt es auch zu sowjetischen landwirtschaftlichen Produktionsbetrieben Verbindungen. 1973/74 fand ein Spezialistenaustausch zwischen dem Staatsgut Starinskaja bei Kiew und unserem Betrieb für 8 Monate statt. 1979 kam es zum Abschluß eines Patenschaftsvertrages zwischen dem Putenkombinat Molodetschnow im Minsker Gebiet und unserem Betrieb.
Mit dem Übergang von der Forstwirtschaft zu einem selbständigen Betrieb wurde 1969 auch eine eigene Gewerkschaftsgrundorganisation und -leitung aufgebaut.
Mit der Aufnahme von Lehrlingen war es notwendig, für die Unterbringung zu sorgen. So waren sie zuerst in Frankendorf, dann für mehrere Jahre im neuerrichteten LWH des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Neuruppin in Kunsterspring und in Rheinsberg untergebracht. Jetzt wohnen unsere Lehrlinge mit im groben LWH des BMK Landbaukombinates in Neuruppin - Gildenhall.
Mit der Vergrößerung des Betriebes ergab sich die Notwendigkeit, für unsere Arbeitskräfte neue Wohnungen zu bauen. 1973 konnten 48 WE in Gühlen-Glienicke übergeben werden. Seit den siebziger Jahren bis heute wurden die Wohnverhältnisse für unsere Werktätigen immer mehr verbessert. Am Birkenweg in Gühlen-Glienicke konnten betriebseigene Einfamilienhäuser gebaut werden und im Dezember 1987 wurden die beiden fernbeheizten Würfelhäuser beziehbar. Hierdurch wurden ganz besonders unseren ledigen Jungfacharbeitern komfortable Wohneinheiten zur Verfügung gestellt, die mit Waschvollautomaten und komplett eingerichteten Küchen und Zimmern ausgestattet sind.
Auch die Gesunderhaltung unserer Werktätigen liegt uns als Gewerk-schaftsleitung immer am Herzen. Zur medizinischen Betreuung aller Betriebsangehörigen stehen nahe der Verwaltung in Gühlen-Glienicke Be-handlungsräume für die Gemeindeschwester, den Betriebsarzt, den Zahnarzt und den Frauenarzt zur Verfügung. Diese Sprechstunden können auch von allen Einwohnern Gühlen-Glienickes und Umgebung mit genutzt werden.
Um das geistig-kulturelle Leben unseres Betriebes zu bereichern, werden jährlich unsere Betriebsfestspiele durchgeführt. Zu einer guten, Tradition sind dabei der Meilenlauf rund um den Kalksee und die Moto-Cross-Veranstaltungen, bei denen unser Betrieb Trägerbetrieb ist. In jedem Jahr werden gerade beim Moto-Cross von den Kolleginnen und Kollegen viele Initiativen gebracht, um diesen Tag zu einem Höhepunkt der Betriebsfestspiele werden zu lassen.
Für unsere Werktätigen wurden im Laufe der Jahre viele schöne Möglichkeiten zur Erholung im Urlaub geschaffen. So haben wir betriebseigene Ferienobjekte im Forsthaus Waschensee auf Usedom, in Prossen, Neuglobsow, Mosbach und Lychen. Die Ferienkommission ist bemüht, daß sich alle Erholungssuchenden in den Einrichtungen wohlfühlen. Auch den Kindern unserer Betriebsangehörigen bieten wir während der Sommerferienzeit die Möglichkeit der Erholung. Für 30 Kinder unserer Werktätigen stehen im Ferienobjekt Mosbach in Thüringen Plätze zur Verfügung.
Bekanntlich geht das Wohlbefinden unserer Werktätigen auch „durch den Magen". Unsere Küchenkommission hat dafür eine ganz wichtige Funktion. Sie soll mitbestimmen über die Qualität unseres Essens. In den Jahren hat sie sich auch immer bemüht, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Bekannt¬lich ist es aber nicht leicht, für jeden Geschmack das Richtige zu finden. Trotzdem sind sie bei allen Höhen und Tiefen nie mutlos geworden. Durch die Zunahme an Beschäftigten wurde ein umfangreicher Berufsverkehr notwendig. Es wurden Busverbindungen von Ort zu Ort bis zum Arbeitsplatz geschaffen. Unsere Werktätigen werden pünktlich vom Wohnort zum Arbeitsplatz und zurück transportiert.

 

Aktualisiert ( Donnerstag, den 26. Dezember 2013 um 19:26 Uhr )  

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