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Das malerische Werk - Walter Kuphal

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(aus " Walter Kuphal, Heimatmuseum Neuruppin 1985" mit freundlicher Genehmigung des Museums Neuruppin)


 

Walter Kuphal ist Landschaftsmaler. Nur in der Anfangszeit versucht er - wie wohl alle Anfänger -, die menschliche Gestalt zu erfassen. Der Neffe des Künstlers besitzt zwei kleine Ölbildnisse der Großeltern. Im Heimatmuseum Neuruppin sind einige wenige figurative Darstellungen zu finden. Nach Ebert soll es ein Selbstbildnis als Soldat gegeben haben. Selbstdarstellungen oder Selbstzeugnisse sind nicht überliefert. Später ist auf seinen Bildern die Gestalt des Menschen nicht zu finden.

Kuphal

Walter Kuphal suchte seine Motive in der Natur. In der Einsamkeit und Weite der Landschaft fühlte er sich zu Hause. Für ihn dürfte gelten, was Anfang des Jahrhunderts Rilke über die Worpsweder Maler schrieb: „Einsame im Grunde, die, indem sie sich der Natur zuwenden, das Ewige dem Vergänglichen, das im tiefsten Gesetzmäßige dem vorübergehend Begründeten vorziehen, und sie, da sie die Natur nicht überreden können, an ihnen teilzunehmen, ihre Aufgabe darin sehen, die Natur zu erfassen, um sich selbst irgendwo in ihre großen Zusammenhänge einzufügen. Und mit diesen einzelnen Einsamen nähert sich die ganze Menschheit der Natur." Die heimatliche Mark durchstreifte der Künstler seit früher Kindheit. Dabei begleitete ihn ein unverstelltes Naturgefühl. Eben seine Fontanesche „feinere Art von Natur- und Landschaftssinn" befähigten ihn, die Besonderheiten und die stille Schönheit dieser Landschaft aufzuspüren und in eine adäquate bildnerische Form umzusetzen. Wie sein Auge und Sinn es empfanden und wie ihn der Impressionismus es lehrte, so hielt er den Reiz des Augenblicks und die Einmaligkeit des Natureindrucks in Gemälden, Aquarellen und Radierungen fest. Räumlichkeit und Atmosphäre entstehen aus Licht und Farbe. Die Farben trägt er in zahlreichen, klar abgesetzten Tönen (vor allem das Grün, Blau und Rot) auf den Malgrund. Mit sicherem, zugleich geschmeidigem und vitalem Pinselstrich setzt er Lichter und Schatten.

So malt er die Landschaften mit naturnahem Realismus im Wechsel der Tagesstimmungen und Jahreszeiten. Solide Handwerklichkeit ermöglicht ihm ein zügiges Arbeiten vor der Natur. Diese Werke mit einem skizzenhaften Zug gehören zu den gelungensten. In der Komposition bemüht er sich stets um eine klare Ordnung der Flächen und der Ebenen von Vor-der-, Mittel- und Hintergrund. Durch geschickte Ausschnitt-wahl und impulsiven Farbauftrag (in den späteren Werken) setzt er zuweilen dramatische Akzente. Bewegung und Ruhe, warme und kalte Töne, Detail und Bildganzes stehen im ausgewogenen Verhältnis zueinander. Dabei wahrt er stets sein Anliegen, durch getreue Erfassung der Natur dem Betrachter ein Gefühl der Harmonie und Ausgeglichenheit zu vermitteln. Aber auch entfernt von seiner unmittelbaren Heimat, auf seinen Reisen in den Harz, nach Süddeutschland und an die Ostsee, hat er viele Bilder gemalt. Einsame Ecken, romantische Winkel und die blumengeschmückten Häuser in den mittelalterlichen Städten und die Weite der Bergwelt zagen ihn an. Die idyllische Architektur, Bäume und Bäche, Wälder und Berge malt er in vielen Variationen. In seinen besten Arbeiten dieser Thematik bleibt er seinem vitalen Farbsinn treu und es gelingt ihm, der Gefahr sentimental-romantischer Illustration zu entgehen. Dennoch bleiben diese Arbeiten hinter den märkischen Bildern mit ihrer unmittelbaren Wahrhaftigkeit zurück. Wohl steckt in ihnen ein Stück Weltfremdheit und In-Sich-Gekehrt-Seins des Künstlers.

Aktualisiert ( Mittwoch, den 11. Mai 2011 um 18:07 Uhr )  

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