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Jugend und Leben - Walter Kuphal

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(aus " Walter Kuphal, Heimatmuseum Neuruppin 1985" mit freundlicher Genehmigung des Museums Neuruppin)


 

Walter Kuphals Vater besaß in Neuruppin in der Karl-Marx-Straße 69, dem Geburtshaus des Künstlers, eine Schuhmacherwerkstatt. Die Mutter Marie entstammte der Familie des im 19. Jahrhundert bedeutendsten Tuchmacherfabrikanten, Ebell, in Neuruppin.

Fahnenfabrik_Gollert


Fahnenfabrik Gollert 

Später zog die Familie in das Haus Schulplatz 8 (später Nr. 13, heute Platz der OdF 13). Dort richtete der Vater eine Lederhandlung ein, in die die Brüder des Künstlers als Teilhaber eintraten. Die Firma ging offensichtlich nicht so gut.

Vom Vater erhielt der frühzeitig künstlerisch interessierte Junge wenig Unterstützung. Er stand der Neigung des Jungen sicherlich äußerst skeptisch gegenüber. Walter galt früh als Sonderling und Außenseiter. Später führte das gespannte Verhältnis zwischen Vater und Sohn zum Bruch. Die Mutter hingegen hegte für ihren Sohn eine liebevolle Zuneigung. Gegen den Willen des Vaters half sie ihm mit materiellen Zuwendungen.

Bis Anfang der 30er Jahre wohnte Kuphal im elterlichen Haus in einer separaten 2-Zimmer-Wohnung. Zur Hofseite (Nordseite) hatte er ein Zimmer als Atelier hergerichtet; das Fensterkreuz hatte er herausnehmen und eine große Scheibe einsetzen lassen. Zu den Brüdern und deren Familien hatte er kaum Kontakt. Der Neffe Ulrich Kuphal, heute in Leipzig lebend, erinnert sich: „Ich persönlich hatte immer den Eindruck, daß er Kinder nicht sonderlich mochte, denn mehrmals bekam ich von ihm einen Schubs oder gar eine Ohrfeige, weil ich ihm damals als 5-7jähriges Kind im Wege stand" (Mitteilung vom 5. 4. 1983).

Wegen der unliebsamen Verhältnisse im Elternhaus bezog er eine Dachgeschoßwohnung im Hause des Dr. Lampe in der Mähringstraße 1. Offensichtlich erlaubten ihm verbesserte finanzielle Verhältnisse Umzug und Ausbau dieser Wohnung zu einem Atelier, wo er u. a. ein Oberlichtfenster einbaute (was heute noch zu erkennen ist). In dieser Wohnung, die vollgestopft von Bildern gewesen sein soll, starb der Künstler, erst bemerkt von den Hausbewohnern, als Geruch zur gewaltsamen Öffnung der Ateliertür zwang.

Kuphal lebte zurückgezogen; er blieb unverheiratet. Er hatte nur wenige Bekannte. Allein mit den Schwestern Kossack aus Neuruppin soll er regelmäßigeren Umgang gepflegt haben.

Der ortsbekannte Lebensmittelkaufmann Rönnicke aus Neuruppin und seine Familie haben sich ebenfalls um den Künstler bemüht. Ein erhaltenes Foto zeigt den Maler und den Kaufmann beim Start zu einer gemeinsamen Radpartie. Es ist anzunehmen, daß Rönnicke den Künstler durch Ankäufe und gelegentliche Aufträge unterstützte.

Viele Jahre verkehrte er im Hotel Ebert in der heutigen Wilhelm-Pieck-Straße 6, wo er häufig sein Mittagessen einnahm. Aber auch mit dem Hotelwirt, der für Malerei großes Interesse zeigte, selbst restauratorisch tätig war und zahlreiche Bilder von Kuphal erwarb, kam es zu keiner näheren Beziehung.

Nach Eberts Auskunft reisten beide einmal gemeinsam zum Wintersport. Kuphal unternahm viele Reisen und ausgedehnte Wanderungen. Tage- und wochenlang war er unterwegs. Er unterließ es meist, andere über Dauer und Ziel seiner Fahrten zu verständigen.

 

Kuphals_Geburtshaus












Kuphals_Wohnhaus
Kuphals Geburtshaus Kuphals Wohnhaus
Aktualisiert ( Mittwoch, den 11. Mai 2011 um 18:08 Uhr )  

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