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Heimatgeschichte von Rheinsberg Glienicke

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Von Wilddieben erschossen

Vor 100 Jahren starb ein Försterlehrling

 

Försterlehrling 1

Försterlehrling 2

  Zum Gedenken an den ermordeten Försterlehrling wurde im Revier Rheinsberg Glienicke ein Denkmal errichtet

Wilddieberei und Förstermorde so heißt eine bei Jägern und Förstern beliebte Buchreihe. Oft beruhen die Geschichten auf wahren Begebenheiten. Die folgende Geschichte könnte auch aus einem dieser Bände stammen. Denn heute jährt sich zum hundertsten Mal der Todestag des Försterlehrlings Ernst Greiner, der bei Rheinsberg-Glienicke aus dem Hinterhalt von Wilddieben erschossen wurde. Nach Überlieferung soll sich die Geschichte so zugetragen haben:
Ende des 19. Jahrhunderts war Ernst Greiner als königlich - preußischer Försterlehrling der Revierförsterei in Rheinsberg-Glienicke zugeteilt. Zu dieser Zeit waren viele Militärkarabiner aus dem Deutsch-Französischen Krieg im Umlauf. Ehemalige Reservisten hatten die Gewehre samt Munition vom Schlachtfeld mitgebracht.

Vor allem in den ländlichen Regionen herrschte damals Armut und manch einer suchte nach Möglichkeiten, seinen Lebensunterhalt aufzubessern zum - Beispiel durch Wilderei. So auch in der Gegend um Rheinsberg-Glienicke: Den Forstbehörden war bekannt, das gewildert wurde. Doch es gab keine Hinweise auf den oder die Täter. Am Nachmittag des 9. November 1902 war Ernst Greiner auf einem "Vergnügen" in der Gaststätte im Nachbardorf Zühlen, als ihm ein Einwohner von Rheinsberg-Glienicke einen heißen Tipp gab. Er verriet dem Lehrling, dass an eben diesem Tage Wilderer in der Gegend ihr Unwesen trieben. Greiner begab sich sofort wieder nach Rheinsberg-Glienicke und der Zufall wollte es, dass er noch am selben Nachmittag einen Schuß hörte. Er lief eilig - und entgegen den Vorschriften der Forstbehörde ohne Waffe - in die Richtung, aus der Schuß gekommen war. Und wirklich: Er traf auf einen Wilderer, der soeben ein frisch erlegtes Stück Wild versorgte. Greiner stürzte sich auf ihn. Der große, kräftige Greiner verwickelte den Wilddieb in ein Handgemenge und brachte ihn schnell zu Boden. Der Wilddieb rief: „Schieß doch! Worauf wartest du?" Dann fiel ein Schuß. Greiner verspürte einen heftigen Schmerz in der Brust und sackte zusammen. Ein Komplize des Wilderers hatte den Lehrling hinterrücks erschossen. Die beiden Wilderer ließen ihn zurück und machten sich mit dem Stück Wild aus dem Staub. Der weitere Verlauf des Falls liegt im Dunkeln. Man vermutet, dass Dorfbewohner den jungen Mann fanden. Er soll in seinen letzten Atemzügen einen Namen genannt haben, der schließlich zum Mörder und zu dessen Komplizen führte. Beide Wilderer, Einwohner des Nachbarortes Frankendorf, wurden gefaßt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Todesschütze erhängte sich kurz darauf in seiner Zelle.  

Aktualisiert ( Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 12:29 Uhr )
 



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