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Rottstiel

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(Quelle: Heft "Ruppiner Land" , "Historisches Ortslexikon für Brandenburg" )


 

Rottstiel, Ortsteil von Krangen,

liegt am Ausfluß des Rottstielfließes aus dem Tornow-See. Der Name kann wohl als deutsch gelten — 1369/70 Rotstil, 1524 Rostil geschrieben —, ist jedoch in seiner Bedeutung unklar. Möglicherweise dient der rheinische Flurname Stiehl zum Vergleich, der einmal eine übersteigevorrichtung an Zäunen bezeichnet, zum anderen einen großen, schweren Stein im Wasser, den man beim Überschreiten des Baches als Stütze benutzt. Volksetymologisch deutet man den Namen aus einem „roten" Saft, der im Frühjahr aus solchen Erlenstümpfen („Stielen") tritt, deren Stamm im vorhergehenden Winter gefällt worden ist.

In der erwähnten ersten Urkunde schilderte der Ritter HENNING VON BEER dem Herzog ALBRECHT von Mecklenburg Schäden, die sein Besitz in der Herrschaft Ruppin durch die Grafen von Arnstein erlitten hatte. Er klagte, „dat se wuste gemak et dat dorp tu deme Rotstil". Im Landregister aus dem Jahre 1525 wurde Rottstiel noch immer als wüste Feldmark geführt. Die Familie Gadow, in Stöffin und Protzen ansässig, war bis 1651 Besitzer der verwaldeten Feldmark. Der Magistrat der Stadt Neuruppin erwarb in diesem Jahr die Hälfte davon, die unter dem Namen Gadow Bestandteil des Kämmereiforstes wurde. Die andere Hälfte ging in den Besitz des Amtes Altruppin über. Das Jagdrecht auf Rottstiel besaßen die Kurfürsten.

Der Abfluß des Tornow-Sees begünstigte die Anlage einer 1602 erstmalig erwähnten Wassermühle. Als Schneidemühle eingerichtet, wurde ihr später eine Graupen-und eine Mahlmühle angeschlossen. Zur Mühle gehörten 1759 29 Morgen 176 Quadratruthen Land. Der letzte Müller verkaufte sein Erbpachtrecht für 8400 Taler an den Staat, und der erste Förster für den Schutzbezirk Rottstiel wohnte bis zum Neubau des Forsthauses von 1846 bis 1870 im Wohnhaus der Mühle. Als um die Jahrhundertwende die Ruppiner Schweiz immer mehr zum Ausflugsziel wurde, konnten Wanderer im Forsthaus einkehren.

Aktualisiert ( Donnerstag, den 23. Juli 2015 um 20:26 Uhr )
 

Chronik von Rottstiel 2

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(Quelle: Heft "Ruppiner Land" , "Historisches Ortslexikon für Brandenburg" )


 

Tabellenform

1. Art und Verfassung der Siedlung

2. Gemarkungsgröße

3. Siedlungsform

4. Erste schriftliche Erwähnung

5. Gerichtszugehörigkeit

6. Herrschaftszugehörigkeit

7. Wirtschafts und Sozialstruktur

8. Kirchliche Verfassung

9. Bevölkerungsziffern

 

Art und Verfassung der Siedlung

Kolonie, Gemeindebezirk

vor 1929 Försterei,  Gutsbezirk Forst Alt Ruppin
1929 Gemeinde Krangen

 

Gemarkungsgröße

 

s. Forst Alt Ruppin s. Forst Alt Ruppin

 

Siedlungsform

 Forsteablissement

 

Erste schriftliche Erwähnung

1360/1370 tu deme Rotestil
1524 den Rostil
1552 Rotstill
1558 den Ratstell
1590 Rottstiell

 

Gerichtszugehörigkeit

Bis 1849 Land- und Stadtgericht Alt Ruppin
1849 - 1878 Kreisgericht Neuruppin
1879 - 1952 Amtsgericht Neuruppin

 

Herrschaftszugehörigkeit

1360/1370 Ritter v. Beer,  vor 1524-1651 v. Gadow zu Protzen und Stöffin über ganz Rottstiel, 1651 die halbe Feldmark vom Rat zu Neuruppin erkauft und unter dem Namen Gadow der Kämmereiforst einverleibt; die andere Hälfte fiel danach ans Amt Alt Ruppin (Kurfürst hatte immer die Jagdrechte auf Rottstiel).

 

Wirtschafts und Sozialstruktur

vor 1360 Im Mittelalter Dorf
1360/1370 haben die Grafen v. Lindow Dorf Rottstiel verwüstet
1525 Wüste Feldmark; Bauern zu Molchow hat Wiese auf Rottstiel
1590 Wüste Feldmark Rottstiel grenzt u.a. an Wüste Feldmark Stendenitz; auf Feldmark Rottstiel ist ein Hegesee mit 10 Garnzügen; Leute aus Zermützel nutzen Wiesen; Kurfürst hat die Jagd.
1602 Rottstielsche Mühle in Gang
1706 Mühle; 1 Haus, 2 Ställe
1759 Schneidemühle mit 29 Morgen 176 Quadratmeter Heuerland; 1 Wohn - haus 1 Scheune mit Stall, 1 Nebenhaus; dazu Graupenmühle
1800 Wassermahl - und -schneidemühle an der Rheinsberger Straße, 1 Einlieger; 2 Feuerstellen.
1840 Loh- und Schneidemühle; 1 Wohnhaus.
1860 Schutzbezirk und Forsthaus (seit 1846) zur Forst Alt Ruppin; 1 Wohn-, 3 Wirtschgebäude

 

Kirchliche Verfassung

Eingekircht 1602, 1900 in Alt Ruppin. Patronat: 1547 v. Gadow zu Protzen

 

Bevölkerungsziffern

 

1766 14 Einwohner
1785 13 Einwohner
1800 11 Einwohner
1817 12 Einwohner
1840 7 Einwohner
1858 4 Einwohner
1895 s. Forst Alt Ruppin
1925 14 Einwohner
Aktualisiert ( Donnerstag, den 23. Juli 2015 um 20:26 Uhr )
 



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