Stendenitz

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Willkommen

in Gühlen Glienicke und Ortsgemeinden

Stendenitz liegt inmitten der Ruppiner Schweiz in einer besonders schönen Waldlandschaft mit Berge und Seen, ca 10 km nördlich von Neuruppin, am Westufer des Zermützelsees.  Der Naturlehrpfad ist ein muß für jeden Wanderer zur Naturbeobachtung und Erholung.
In der nähe von Stendenitz befinden sich die Kellenseen mit dem dahinterliegenden Hochmoor.


(Quelle: Heft "Ruppiner Land" , "Historisches Ortslexikon für Brandenburg" )


Quelle: Alte Ansichtskarten oder Fotos, alle Rechte unterliegen dem Urheber der Ansichtskarten oder Verlag.(Um dieses zu bewahren, wurden die Bilder mit einem Kopierschutz/Wasserzeichen versehen.Die Bilder dienen nur der Veranschauung der Chronik ohne finanziellen Hintergrund)

Die Chronik von Stendenitz


Stendenitz - Ortsteil von Molchow

Stendenitz

Die Zeit ist längst vorbei, in der THEODOR FONTANE über Stendenitz schrieb : „Die Kärglichkeit unserer märkischen Scholle kann nicht leicht irgendwo besser studiert werden als an dieser Stelle. Hundert Jahr Arbeit sind gewesen wie ein Tag, und eine Ziege, ein Kirschbaum und ein Streifen Roggenland, über das der alte Beherrscher dieser Gegenden, der Strandhafer, immer wieder Lust zeigt als Sieger herzufallen, diese drei sind nach wie vor der einzige Reichtum dieser Ansiedlung." Der Boden ist zwar in den letzten hundert Jahren nicht fruchtbarer geworden, aber die Landwirtschaft spielt für die Bewohner keine Rolle mehr. Stendenitz ist zum beliebten Ausflugsort der Neuruppiner am Westufer des Zermützelsees geworden, aber auch von weiter her finden sich, vor allem an den Wochenenden, zahlreiche Besucher ein. Die Waldschenke wurde in den letzten Jahren zu einer leistungsfähigen Versorgungseinrichtung ausgebaut. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Waldmuseum Stendenitz , eine Nebenstelle des Heimatmuseums in Neuruppin. Im Sommer 1977 weilten während der 4 Öffnungsmonate 20 598 Besucher in diesem kleinen Museum. Der Zeltplatz Stendenitz wird seit 1976 von Touristen in Anspruch genommen.

Von der Waldschenke erreicht man an einer Bungalowsiedlung vorbei die Kolonie Stendenitz. Dieser Platz ist vermutlich in slawischer Zeit bewohnt gewesen, aber der Ortsname kann anhand der späten Belege nicht eindeutig erklärt werden. Aus der Gemarkung stammen die ältesten Funde, Kernsteine und Klingen, jedoch aus der Steinzeit. Im 13. Jahrhundert wurden deutsche Siedler durch die Grafen von Arnstein angesetzt ; die Kargheit des Bodens wird zur Aufgabe des Dorfes geführt haben, denn 1525 ist Stengnitz als wüste Feldmark verzeichnet. Auf der Dorfstelle fand man blaugraue Keramik. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Lehn­schulzengerechtigkeit durch die Schulzen in Krangen ausgeübt. Unter König FRIEDRICH II. entstand 1755 die Kolonie Stendenitz, in der 3 Tagelöhnerfamilien aus Mecklenburg und eine aus Baruth/Sachsen, insgesamt 22 Personen, angesetzt wurden. Die Feldmark aber wurde weiterhin bis in das 19. Jahrhundert pachtweise von den Amtsbauern in Molchow genutzt.

In der Kolonie Stendenitz hat man Fachwerkwände gegen die Witterungsunbilden verbrettert. Noch offen sichtbares Fachwerk dürfte in die Zeit 1900 bis 1930 zu datieren sein. Der von FONTANE erwähnte Kolonistenfriedhof fällt durch seine Buß­eisernen Grabplatten und Grabkreuze auf.

Südwestlich von Stendenitz liegt das 2 ha große Naturschutzgebiet „Hochmoor Stendenitz", ein vermoorter kleiner Toteiskessel im Sander des Frankfurter Stadiums der Weichselvereisung. Das Moor ist durch Torfwachstum völlig verlandet und besitzt keine offene Wasserfläche mehr. Die Vegetation setzt sich zu­sammen aus der torfmoosreichen Fadenseggen-Gesellschaft, der Gesellschaft des Scheidigen Wollgrases auf verfestigtem Torf und den einzelnen Entwicklungs­stadien des Sumpfporst-Kiefern-Waldes.

Tabellenform

1. Art und Verfassung der Siedlung

2. Gemarkungsgröße

3. Siedlungsform

4. Erste schriftliche Erwähnung

5. Gerichtszugehörigkeit

6. Herrschaftszugehörigkeit

7. Wirtschafts und Sozialstruktur

8. Kirchliche Verfassung

9. Bevölkerungsziffern

 

Art und Verfassung der Siedlung

Kolonie, Gemeindebezirk

vor 1929 Kolonie, Försterei, Gutsbezirk Forst Alt Ruppin
1929 Gemeindebezirk Krangen.

 

Gemarkungsgröße

 

1860 s. Forst Alt Ruppin
1900 s. Forst Alt Ruppin

 

Siedlungsform

Reihe und ForstEtablissement (MB1 Zahlen 2942, 1879)

 

Erste schriftliche Erwähnung

1525 Stengnitz, Stendenitz
1526 zu Stendenitz
1536 zw Stendelitz

 

Gerichtszugehörigkeit

Bis 1849 Land- und Stadtgericht Alt Ruppin
1849 - 1878 Kreisgericht Neuruppin
1879 - 1952 Amtsgericht Neuruppin

 

Herrschaftszugehörigkeit

Vor 1525-1872 Herrschaft bzw. Amt Alt Ruppin

 

Wirtschafts und Sozialstruktur

vor 1525 Im Mittelalter Dorf
1525 Wüste Feldmark; der Schulze zu Krangen, A. Dege- brodt, hat das LehnschulzenG zu Stendenitz mit 4 freien Hufe, 1
Hofstätte, freiem Rohr auf dem Rotstielteich und 1 frei­en Kahn auf dem Pfuhl der Neumühle; 3 Bauer zu Molchow und 2 Bauer zu Zermützel haben Wiesen auf Stendenitz.
1590 Wüste Feldmark, gelegen zwischen den Feldern Rottstiel, Zer­mützel-See, Gehölz des Rates von Neuruppin, Stor­beck, Nabelsdorf und Eggersdorf; ist eitel Kienholz; gibt jährlich etwa je 1 1/2 Wispel Roggen und Hafer Heuerkorn; Lehnschulze zu Krangen hat das Lehnschulzengericht auf Stendenitz mit Hofstätte und 4 freien Hufe; 2 Bauern aus Zermützel und 5 Bauern aus Molchow haben Wiesen auf Stendenitz; die Schäfereien der Vorwerk Alt Ruppin und Stor­beck betreiben die Feldmark Stendenitz
1712 Lehnschulzengericht auf Stendenitz für die königliche Schatulle ange­kauft; Hofstätte, 4 Hufe, 19 Morgen 77 Quadratmeter Wiese und Holzung; geringwertiger Acker, mittelmäßige Wiese, schlechtes Holz.
1755 Ansetzung von 4 Tagelöhnerfamilien mit zusammen 22 Personen (3 aus Mecklenburg, 1 aus Baruth/Sachsen); die Wüste Feldmark nutzen die Amtsbauern zu Molchow.
1800  4 Bündner; 2 Feuerstellen
1826 In der Ruppiner Forst am Zermützelsee neuerbaute Unterförsterwohnung wird Stendenitz benannt.
1840 Kolonie mit Försterei; 6 Wohnhäuser
 1860 Schutzbezirk und Forsthaus Stendenitz; 1 Wohn-, 2 Wirtschgebäude Kolonie Stendenitz ; 5 Wohn - , 4 Wirtschgebäude

 

Kirchliche Verfassung

Eingekircht 1800, 1900 in Krangen.

 

Bevölkerungsziffern

 

1766 17 Einwohner
1785 23 Einwohner
1800 26 Einwohner
1817 28 Einwohner
1840 32 Einwohner
1858 4 Einwohner (Forsthaus) und 36 (Kolonie)
1895 s. Forst Alt Ruppin
1925 72 Einwohner


Das Waldmuseum Stendenitz

waldmuseum-stendenitzInmitten der Ruppiner Schweiz steht am Rande des Zermützelsees das traditionsreiche, vermutlich älteste Waldmuseum seiner Art in Deutschland. Die Einrichtung vermittelt dem Besucher Informationen zum Lebensraum Wald und zur hier lebenden, heimischen Tierwelt unter dem Aspekt „Natur erleben – Natur begreifen". Auch das Wirken der Forstwirtschaft, besonders die alten Handwerke wie Flößerei und Harzung finden sich in dieser Exposition. Wer sich umfassender mit dem Thema Forst und Förster befassen will, dem sei das Forstmuseum in Alt Ruppin empfohlen, was ebenfalls vom Amt für Forstwirtschaft Alt Ruppin betrieben wird.

Die Geschichte des Museums

Der spätere Oberförster Hans Zander sammelte schon als Revierförster in den dreißiger Jahren Kuriositäten und Ab­normitäten aus der Natur. Als die umfangreichen Sammlungen sein Anwesen zu sprengen drohten, bekam er das Angebot zur Nutzung eines Holz­häuschens nahe der Waldschänke Stendenitz. An diesem Ort wurde nun mit finanzieller Unter­stützung des Gastwirtes Grothe und anderer Sponsoren durch die Forst ein Blockhaus im russischen Stile errichtet und 1936 mit der Ausstellung „Dein Wald" eingeweiht. Nach Auflösung des kleinen Museums vor Beendigung des Zweiten Weltkrieges erfolgte in den fünfziger Jahren die Wiedereröffnung und Integration in das Heimatmuseum Neuruppin als Außenstelle. Seitdem sind die verschiedenen Präsentationen zur Jagd- und Forstwirtschaft von vielen Naturliebhabern besichtigt worden. Am 15. Mai 1996 zeigte sich das Waldmuseum nach umfangreichen Sanierungsarbeiten mit einer modernen, aktuellen Dokumentation der Öffentlichkeit. Unter Federführung des Historischen Vereins der Grafschaft Ruppin e.V., mit Hilfe der Stadt Neuruppin und vielen Sponsoren wurden diese Veränderungen möglich. Die Projekterarbeitung, Ausführung und Weiterführung der Ausstellungsinhalte besorgte Werner Dumann. 1999, übernahm das Amt für Forstwirt­schaft Alt Ruppin die Trägerschaft; zwei Jahre betrieb die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Regionalverband Ruppin e.V. das Haus – seit 2002 ist das Amt hierfür verantwortlich.

Die Themen der Ausstellung

Eingangs der erste Raum des Doppelblockhauses gibt dem Besucher Auskunft über die Geschichte des Waldmuseums, weitere Informationen zur geologischen Beschaffenheit und den klimatischen Besonderheiten der Ruppiner Seenkette und deren Gestalt. Wissenswertes zum Erholungswert der Region und zur Jagd ergänzen diesen Ausstellungskomplex. Der zweite Bereich ist überwiegend der Darstellung der Tier- und Pflanzenwelt sowie dem Natur- und Landschaftsschutz vorbehalten. Als Ergänzung ist die Revieraufteilung der Region und die Harzung (siehe auch Außenbereich) zu finden. Der Hauptteil der Präparate sind in diesem Raum untergebracht.

Außenbereich

Vor dem Blockhaus kann der Besucher die vor nunmehr über 60 Jahren gepflanzten Bäume des Försters Zander aus der Nähe betrachten. Sie geben ein Beispiel der heimischen Artenvielfalt im Stadtforst; aber auch einige „Exoten" wie die Scheinzypresse oder die amerikanische Coloradotanne stehen hier. Direkt vor der Tür befinden sich zwei kleine Pflanzgärten mit typischen Kleinpflanzen des Waldes wie die verschiedenen Farne. Außerdem bietet sich der 1,5 km lange Naturlehrpfad für eine kleine Wanderung an. Er führt an den Kellenseen vorbei und gibt durch Beschilderungen Auskunft und Einblick in die Artenvielfalt unserer Landschaft. Die reizvolle, gegenseitige Ergänzung von Wäldern und Seen eignet sich ausgezeichnet für Erholungs­suchende. In unmittelbarer Nähe zum Waldmuseum befindet sich der Campingplatz mit Badestelle und die Waldgaststätte, davor die Anlegestelle der Fahrgastschifffahrt.

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